Strassenszene,Acryl auf Leinwand,140x110, 2017

Unter Diabetes mellitus (DM) versteht man eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels mit krankhafter Erhöhung des Nüchternblutzuckers, des postprandialen Blutzuckers (zwei Stunden nach einer Mahlzeit) und/oder des Blutzucker-Langzeitwertes (HbA1c).

Es gibt verschiedene Diabetesformen, die häufigsten sind der DM 2 (früher Altersdiabetes genannt), häufig in Kombination mit Übergewicht und Fettleibigkeit im Rahmen eines metabolischen Syndroms auch in jungen Jahren, der DM 1, der meistens im Kindes- oder Jugendalter bzw. bei jungen Erwachsenen auftritt, und der Schwangerschaftsdiabetes.

Es gibt auch seltenere Diabetesformen, z.B. im Rahmen von Erkrankungen oder nach Operationen der Bauchspeicheldrüse, oder seltene genetisch bedingte Formen (MODY).

Anfangs verläuft eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels meist asymptomatisch.

Typische Symptome deutlich erhöhter Blutzuckerwerte sind in weiterer Folge Müdigkeit, trockene Schleimhäute, Gewichtsverlust, häufiger Harndrang und starkes Durstgefühl. Auch eine gehäufte Infektanfälligkeit, beispielsweise auch Pilzinfektionen, z.B. im Genitalbereich, können auf einen Diabetes mellitus hinweisen.

Diagnostiziert wird Diabetes mellitus entweder durch erhöhte Nüchtern-Blutzucker-Werte (venöse Plasmaglukose größer/gleich 126 mg/dl), durch erhöhte postprandiale Blutzuckerwerte (spontan oder im Rahmen eines Blutzuckerbelastungstests, größer/gleich 200 mg/dl) oder durch einen erhöhten Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c größer/gleich 6,5%).

Mögliche Komplikationen des DM sind, vor allem in Kombination mit anderen Risikofaktoren (z.B. erhöhter Blutdruck, erhöhte Blutfette, Nikotinkonsum) einerseits Gefäßverengungen der großen Schlagadern (Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit der Beingefäße), andererseits auch Verengungen kleiner Gefäße mit typischen Komplikationen im Bereich der Augen (diabetische Retinopathie), der Niere (Nephropathie) und der peripheren Nerven (Polyneuropathie).

Die Grundlage der Diabetestherapie sind zuckerfreie bzw. zuckermodifizierte (Vermeidung schell-resorbierbarer Kohlenhydrate), fettarme Ernährung und ausreichend Bewegung, ggf. auch Gewichtsreduktion bei begleitendem Übergewicht bzw. Fettleibigkeit und Therapie zusätzlicher Risikofaktoren (z.B. Blutdrucksenkung, Senkung erhöhter Blutfette, Nikotinstopp).

Reicht dies nicht aus, gibt es mittlerweile zahlreiche medikamentöse Therapieoptionen, einerseits orale bzw. Tablettentherapien (Metformin als Erstlinien-Medikament; in weitere Folge oder bei Unverträglichkeit/Gegenanzeigen von/gegen Metformin z.B.  SGLT-2-Hemmer, DPP-4-Hemmer, Pioglitazon, Sulfonylharnstoffe/Glinide und Acarbose).

Andererseits sind auch subcutane Medikamente (GLP-1-Analoga und zahlreiche Insuline) sinnvolle und sehr effektive Therapeutika.

Generell sollte eine medikamentöse Diabetestherapie heutzutage individualisiert auf jeden Patienten (an seine Bedürfnisse, seinen Allgemeinzustand, seine Risikofaktoren und Begleiterkrankungen) zugeschnitten werden.

Sinnvoll sind regelmäßige körperliche Untersuchungen von Diabetikern mit Fußinspektionen inklusive Sensibilitätsprüfungen, regelmäßige Blutdruck(selbst)messungen, Blutzucker(selbst)messungen, Laborkontrollen (HbA1c, Blutfette, Nierenfunktionsparameter, Urinkontrollen) und auch augenfachärztliche Kontrollen.

Jährliche internistische Untersuchungen inklusive EKG, Herzultraschall und Ultraschall der Halsschlagadern dienen zur Früherkennung von Komplikationen an den großen Schlagadern.